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Gewerbepark Gersprenztal soll Realität werden

Gemeindevertretungen von Brensbach und Fränkisch-Crumbach votieren für interkommunales Vorhaben

Mehrere Jahre Anlauf, nun eine gemeinsame Sitzung mit über 40 Mandatsträgern: Einstimmig haben die beiden Gemeindevertretungen von Brensbach und Fränkisch-Crumbach am Donnerstag (5. Dezember) den interkommunalen Gewerbepark Gersprenztal auf den Weg gebracht. Auf sieben Hektar Fläche in Brensbach, gegenüber und in Verlängerung des Gewerbegebiets Darmstädter Straße und dem Odenwald-Schlachthof entlang der Bundestraße 38, soll nun Platz für Betriebserweiterungen und neue Gewerbean­siedlungen der beiden Kommunen entstehen.

Die beiden Bürgermeister Eric Engels und Rainer Müller freuten sich über das Ergebnis dieser Abstimmung: „Der Gewerbepark bietet unseren beiden Kommunen die Chance, Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort zu sichern und an der dynamischen Entwicklung unserer Region teilzuhaben.“ Nun gehe es an die Arbeit, die Einzelheiten der künftigen Zusammenarbeit zu gestalten.

Der neue Gewerbestandort soll Unternehmen ein Zuhause bieten, die auf der Suche nach guter Verkehrsanbindung, hoher Wohnqualität und natürlich schnellem Internet sind. Die Bürgermeister erwarten einen Branchenmix aus Produktion, Handwerk und Dienstleistung, wie er für den Odenwaldkreis typisch ist. „Leichter lässt sich beschreiben, was wir nicht wollen“ hieß es von den Verwaltungschefs, “Spielhallen, Tankstellen, Supermärkte und Logistikzentren sind woanders besser aufgehoben.“ Das letzte Wort über solche Ausschlüsse hätten die Parlamente im Rahmen der Bauleitplanung. Passende Voranfragen für mehr als die Hälfte der Fläche gebe es bereits; dabei sei die offizielle Vermarktung noch gar nicht angelaufen.

Entscheidungshilfen erhielten die Mandatsträger bei ihrem Treffen von mehreren Seiten. Dr. Daniel Theobald und Susanne Roncka von der IHK Darmstadt Rhein-Main-Neckar verzeichneten eine hohe Investitionsbereitschaft gerade im Odenwaldkreis und eine starke Nachfrage der Betriebe nach Flächen und Personal. Von der Wirtschaftsförderung der OREG berichtete Gabriele Quanz, dass die bestehenden Gewerbeflächen im Kreisgebiet größtenteils ausgebucht seien, und von der Industrievereinigung Odenwald (IVO) bestätigte Jürgen Walther, dass viele innovative Unternehmen Erweiterungsabsichten hätten und auf das Fachkräfte-Potenzial der Region zurückgreifen wollten.

Der eigenständigen Ausweisung von Gewerbeflächen sind den beiden Kommunen enge Grenzen gesetzt. Schon bei der Neuaufstellung der Flächennutzungspläne vor zehn Jahren hatte das Regierungspräsidium Darmstadt ihnen aufgetragen, großflächige Gewerbeentwicklung nur noch gemeinsam und damit landschaftsschonend zu betreiben.

Die Erschließung des Gewerbeparks Gersprenztal soll in Etappen erfolgen und hat, zusammen mit dem Grunderwerb, ein Gesamtvolumen von rd. 4,7 Mio. €, einschließlich Aufweitung der Bundesstraße und Ausgleichs­flächen für den Naturschutz. Gestemmt werden soll diese Investition über einen Baulandentwickler, bei dem mindestens zehn Jahre lang alle Kosten von Bauleitplanung über Grundstückskauf bis zur Erschließung geparkt werden, um sie dann aus dem Verkauf von Gewerbegrundstücken auszugleichen. Dass diese Rechnung aufgeht, sehen die beiden Bürgermeister optimistisch: „Unser Partner wird alle Projektschritte bis auf die Vermarktung übernehmen – die bleibt Chefsache in den Rathäusern, und dafür sind wir jederzeit ansprechbar.“

Foto: Kirsten Sundermann

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