Handel mit Pflanzenschutzmitteln anzeigen; Sachkundenachweis

Pflanzenschutzmittel sollen Pflanzenerzeugnisse und Pflanzen, insbesondere Kulturpflanzen (wie im Ackerbau, Weinbau oder Obstbau) vor Schadorganismen und anderen Beeinträchtigungen schützen. Pflanzenschutzmittel sollen so angewandt werden, dass die Risiken von schädlichen Auswirkungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt so gering wie möglich sind.

Auf Freilandflächen dürfen Pflanzenschutzmittel nur angewandt werden, wenn sie landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden. Sie dürfen jedoch nicht in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern und Küstengewässern angewandt werden.

Nach § 24 Gesetz zum Schutz der Kulturpflanzen (PflSchG) sind die Einfuhr und der Handel mit Pflanzenschutzmitteln anzeigepflichtig.

Achtung: Diese Anzeige ersetzt nicht die Handelserlaubnis der Gewerbeaufsicht für das Inverkehrbringen giftiger und sehr giftiger Pflanzenschutzmittel bzw. von Stoffen, die nach der neuen Gefahrstoffverordnung von 2010 mit den Gefahrensymbolen GHS 06 (Totenkopf) gekennzeichnet sind.

Änderungen an den angezeigten Verhältnissen müssen der zuständigen Behörde ebenfalls unverzüglich mitgeteilt werden.

Hinweis:: Wenn Sie Pflanzenschutzmitteln für andere anwenden oder über Pflanzenschutz beraten möchten, müssen Sie dies nach § 10 PflSchG ebenfalls anzeigen. Die Registrierung erfolgt beim zuständigen Pflanzenschutzdienst.

Verfahrensablauf

Bevor Sie mit dem Handel von Pflanzenschutzmitteln beginnen, reichen Sie die vollständig ausgefüllte Anzeige unter Beigabe aller erforderlichen Unterlagen beim Regierungspräsidium Gießen – Dezernat Pflanzenschutzdienst -  ein.

Der Sachkundenachweis muss vor Aufnahme der Tätigkeit vorliegen.

Das Regierungspräsidium überprüft die Vollständigkeit und Richtigkeit der Anzeige und fordert gegebenenfalls fehlende oder fehlerhafte Unterlagen nach.

Bei allen Fragen zum Ablauf des Anzeigeverfahrens können Sie sich ebenfalls an das Regierungspräsidium wenden.

An wen muss ich mich wenden?

An das Regierungspräsidium Gießen - Dezernat Pflanzenschutzdienst

Voraussetzungen

Die Beratung anderer zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln dürfen nur Personen ausüben, die über einen gültigen Sachkundenachweis verfügen.

Bis zum 25.11.2015 gelten als Sachkundenachweis:

  • Zeugnis über eine bestandene Abschlussprüfung in bestimmten Berufen z.B.:
    • Landwirt(in)
    • Forstwirt(in)
    • Gärtner(in)
    • Winzer(in)
  • Zeugnis über ein abgeschlossenes Hochschul- oder Fachhochschulstudium im Bereich der Agrar-, Gartenbau- oder Forstwissenschaften, des Weinbaues sowie der Pharmazie
  • Pflanzenschutzlaborant/in, Landwirtschaftlich-technische Assistent/in, Landwirtschaftliche(r)-Laborant, Fachkraft Agrarservice, Schädlingsbekämpfer/in, Drogist/in, Florist/in, Pharmazeutisch-kaufmännische(r) Angestellte(r), pharmazeutisch-technische(r) Assistent(in),
    (bei Ausbildungsbeginn vor 14.02.2012, danach ist eine gesonderte Bescheinigung der Ausbildungsstätte erforderlich)
  • Fachagrarwirt/in Landtechnik, geprüfte(r) Schädlingsbekämpfer/in,
    (bei Ausbildungsbeginn vor 14.02.2012, danach ist eine gesonderte Bescheinigung der Ausbildungsstätte erforderlich).
  • Zeugnis über eine bestandene Sachkundeprüfung beim Prüfungsausschuss der zuständigen Behörde
  • Anerkennung von Befähigungsnachweisen zur Abgabe von Pflanzenschutzmitteln aus anderen Mitgliedsstaaten

Nach dem o.g. Zeitpunkt gilt nur noch die Sachkundenachweiskarte. Die Sachkundenachweiskarte erhalten Sie auf Antrag beim Pflanzenschutzdienst.

Welche Unterlagen werden benötigt?

  • Name und Anschrift des Betriebs sowie des Betriebsinhabers oder Geschäftsführers
  • Ort der Tätigkeit
  • Name und Nachweis über die erforderlichen fachlichen Kenntnisse (Sachkundenachweis) der Personen, die mit Pflanzenschutzmitteln handeln

Welche Gebühren fallen an?

Für die Ausstellung eines Sachkundenachweises werden Gebühren von 30,00 Euro erhoben.

Die Registrierung nach den §§ 10 und 24 PflSchG ist gebührenfrei.

Welche Fristen muss ich beachten?

  • Der Sachkundenachweis muss vor Aufnahme der Tätigkeit vorliegen.
  • Die Anzeige der gewerblichen Beratung anderer muss vor Aufnahme der Tätigkeit vorgenommen werden.

Anträge / Formulare

Das Registrierungsformular kann auf der Homepage des Pflanzenschutzdienstes gefunden werden:

Antrag auf Ausstellung eines Sachkundenachweises im Pflanzenschutz gemäß § 9 Pflanzenschutzgesetz (PflSchG)

Typisierung

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Fachlich freigegeben am 02.06.2014 durch:
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Nora Steckler

  • V - Dezernat 51.4
  • +49 641 303-5216