Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Alleinstehende Personen können einen Entlastungsbetrag in Höhe von 1.908 Euro in Anspruch nehmen, wenn zu ihrem Haushalt mindestens ein Kind gehört, für das ihnen die steuerlichen Freibeträge für Kinder oder Kindergeld zusteht. Für das zweite und jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um jeweils 240,00 Euro.

Ziel des Entlastungsbetrages ist es, die höheren Kosten für die Lebens- bzw. Haushaltsführung der Alleinerziehenden steuerlich abzumildern.

Verfahrensablauf

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende und der Erhöhungsbetrag für weitere Kinder können bereits im Lohnsteuerabzugsverfahren durch die Vergabe der Steuerklasse II und die Speicherung eines Freibetrags berücksichtigt werden. Die Gültigkeit des Freibetrags ist dabei auf einen Zeitraum von 2 Kalenderjahren ab Beginn des Kalenderjahrs, für das der Freibetrag erstmals gilt, begrenzt. Für die Berücksichtigung der Steuerklasse II und des Erhöhungsbetrags verwenden Sie bitte den „Vereinfachten Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ sowie die "Versicherung zum Entlastungsbetrag für Alleinstehende (Steuerklasse II)".

Die entsprechenden Formulare erhalten Sie bei Ihrem Finanzamt oder im Vordruckangebot des Hessischen Ministeriums der Finanzen.

Alternativ haben Sie die Möglichkeit, den Entlastungsbetrag und den Erhöhungsbetrag nach Ablauf des Jahres im Rahmen der Einkommensteuererklärung durch die entsprechenden Angaben auf der Anlage Kind geltend zu machen.

Vordruckangebot

An wen muss ich mich wenden?

An das für Sie zuständige Finanzamt. Dieses können Sie nachstehend ermitteln.

zur Finanzamtssuche

Voraussetzungen

Folgende Voraussetzungen müssen vorliegen, damit ein Entlastungsbetrag für Alleinerziehende steuerlich berücksichtigt werden kann:

  • Die alleinstehende Person muss mit mindestens einem Kind i. S. d. § 32 Abs. 1 EStG (also leiblichen oder angenommenen Kind, Pflegekind, Stief- oder Enkelkind) eine Haushaltsgemeinschaft in einer gemeinsamen Wohnung bilden,
  • für dieses Kind muss der alleinstehenden Person ein Anspruch auf Kindergeld oder die steuerlichen Freibeträge für Kinder zustehen,
  • sowohl die alleinstehende Person, als auch das oben benannte Kind müssen in der gemeinsamen Wohnung mit Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldet sein. Sofern das Kind bei mehreren Steuerpflichtigen gemeldet ist, steht der Entlastungsbetrag demjenigen Alleinstehenden zu, der das Kind tatsächlich in seinem Haushalt aufgenommen hat.
  • Für das Kind, das zum Haushalt gehört, ist die Steueridentifikationsnummer anzugeben.

Alleinstehend in diesem Sinne ist ein Elternteil, der

  • nicht die Voraussetzungen für eine Ehegattenveranlagung erfüllt (z. B. Ledige, Geschiedene, dauernd getrennt lebende Ehegatten) oder verwitwet ist
    und
  • keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person (z. B. Lebenspartner) bildet. Bestimmte volljährige Personen können jedoch dem Haushalt angehören, ohne dass dies für den Entlastungsbetrag schädlich ist. Hierzu gehören volljährige Kinder, für die ein Anspruch auf Kindergeld oder die Freibeträge für Kinder besteht.

Für jeden vollen Monat, in dem die vorgenannten Voraussetzungen nicht vorgelegen haben, ermäßigen sich der Entlastungsbetrag sowie der Erhöhungsbetrag um jeweils ein Zwölftel.

Weitere Ausführungen - insbesondere zur Haushaltszugehörigkeit – können Sie dem vom Hessischen Ministerium der Finanzen herausgegebenen „Steuerwegweiser für Eltern“ entnehmen. Diese Broschüre können Sie bei allen Hessischen Finanzämtern abholen oder im Internet unter www.finanzen.hessen.de abrufen.

Welche Unterlagen werden benötigt?

  • Vordruck  „Versicherung zum Entlastungsbetrag für Alleinstehende (Steuerklasse II)"
  • Vordruck „Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“
  • bei Geburt eines Kindes: Geburtsurkunde
  • ggf. Einkommensteuererklärung, Anlage Kind

Welche Gebühren fallen an?

Es entstehen keine Gebühren oder sonstige Kosten.

Welche Fristen muss ich beachten?

Wenn Sie zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, ist diese von Ihnen grundsätzlich bis zum 31.05. des Folgejahres beim Finanzamt einzureichen (z. B. für das Jahr 2016 bis zum 31.05.2017). Wird Ihre Einkommensteuererklärung durch einen Angehörigen der steuerberatenden Berufe angefertigt, gilt eine allgemein verlängerte Frist bis zum 31.12. des Folgejahres (in Hessen gilt eine verlängerte Frist bis zum letzten Tag des Februars des Zweitfolgejahres).

Falls keine Verpflichtung zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung besteht, können Sie die Veranlagung innerhalb von 4 Jahren nach Ablauf des jeweiligen Kalenderjahres beantragen (Beispiel: die freiwillige Veranlagung zur Einkommensteuer für das Jahr 2016 kann bis zum 31.12.2020 beantragt werden).

Anträge auf Berücksichtigung eines Entlastungsbetrages für Alleinerziehende und eines Erhöhungsbetrages für weitere Kinder im Lohnsteuerabzugsverfahren müssen bis spätestens 30.11. des Jahres, für das der Entlastungsbetrag berücksichtigt werden soll, gestellt werden.

Gemäß Einkommensteuergesetz besteht die gesetzliche Verpflichtung zur Änderung der Steuerklasse II, wenn die genannten Voraussetzungen im laufenden Steuerjahr wegfallen.

Fachlich freigegeben am 28.12.2016 durch:
Hessisches Ministerium der Finanzen