Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung

Kann sich jemand nicht mehr alleine versorgen und pflegen, kann er Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung in Anspruch nehmen.

 

Die Leistungen der Pflegekassen sind ab dem 01. Januar 2017 nicht mehr in 3 Pflegestufen, sondern in 5 Pflegegrade gestaffelt. Mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff ist ab dem 01. Januar 2017 der Grad der Selbständigkeit maßgebend für die Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Der Pflegegrad wird anhand eines Gutachtens des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) festgelegt. Hierbei wird festgestellt, wie selbständig der Mensch in allen Lebensbereichen noch ist.

 

Die Leistungen der Pflegeversicherung umfassen Geld- und Sachleistungen für ambulante und stationäre Maßnahmen. Die Höhe der Leistungen hängt vom Pflegegrad und der konkreten Pflegesituation ab.

 

Der Pflegebedürftige soll sein gewohntes Umfeld möglichst nicht verlassen müssen. Deshalb legt die Pflegeversicherung ein besonderes Augenmerk auf die Gewährung von Leistungen im häuslichen Umfeld. Dies können Sachleistungen im Wert zwischen 689 und 1.995 Euro pro Monat sein. Geldleistungen werden bis 912 Euro monatlich gezahlt.

 

Für stationäre Leistungen werden bis zu 2.005 Euro monatlich gezahlt.

 

Vielfach erfolgt die Versorgung von Pflegebedürftigen durch Angehörige, Freunde oder Bekannte. Diese wichtige Unterstützung wird von der Pflegeversicherung durch die Zahlung eines Pflegegeldes unterstützt. Dessen Höhe ist abhängig vom individuellen Pflegegrad und beträgt bis zu 901 EUR.

 

Angehörige, Freunde oder Bekannte können aber nicht alle Beeinträchtigungen kompensieren. Deshalb erhält ein Pflegebedürftiger ab Pflegegrad 2 noch einen sogenannten Entlastungsbetrag von 125 Euro pro Monat.

 

Die Pflegekasse unterstützt Pflegebedürftige und ihre Angehörigen auch durch eine Pflegeberatung. Ihre Pflegekasse nennt Ihnen Ihren zuständigen Pflegeberater. Kommt mit diesem nicht innerhalb von zwei Wochen ein Gesprächstermin, falls Sie es wünschen,  auch bei Ihnen zu Hause, zu Stande, so erhalten Sie durch die Pflegekasse einen Beratungsgutschein, den Sie bei einer anderen Pflegeberatung einlösen können.

Teilstationäre Pflege

An wen muss ich mich wenden?

Sie müssen die Pflegeleistung bei Ihrer Pflegekasse beantragen.
Ansprechpartner kann Ihnen Ihre Krankenkasse nennen. Dort erhalten Sie auch Auskunft über die konkrete Höhe und Dauer der Leistungen.

Voraussetzungen

Sie sind in der gesetzlichen Pflegeversicherung versichert und sie müssen pflegebedürftig im Sinne der Pflegeversicherung sein.

 

Mitglieder einer privaten Krankenversicherung müssen auch eine private Pflege-Pflichtversicherung abschließen. Die Leistungen sind denen der gesetzlichen Pflegeversicherung gleichwertig. An die Stelle der Sachleistungen tritt jedoch die Kostenerstattung – wie bei der privaten Krankenversicherung.

 

Sie sind pflegebedürftig, wenn Sie gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeit aufweisen und deshalb auf Hilfe angewiesen sind (§ 14 Elftes Buch Sozialgesetzbuch; § 14 SGB XI). Hierbei werden nicht nur körperliche, sondern auch sonstige (kognitive oder psychische) Beeinträchtigungen gleichermaßen berücksichtigt.

 

Um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, muss eine Einstufung in die Pflegegrade 1-5 vorliegen.

Welche Gebühren fallen an?

Keine.

Welche Fristen muss ich beachten?

Keine.

Rechtsgrundlage

§ 28 SGB XI

Fachlich freigegeben am 27.10.2016 durch:
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration