Psychiatrische Einrichtung (geschlossen) - Unterbringung

Menschen, die an einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung leiden, können zwangsweise in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung eingewiesen werden, wenn von ihnen eine gegenwärtige erhebliche Gefahr für sich selbst oder andere ausgeht und diese Gefahr auf andere Weise nicht abgewendet werden kann.

Aus ethischen, medizinischen und rechtlichen Gründen wird versucht, einer Anwendung von Zwang möglichst vorzubeugen und ihn, wann immer möglich, zu vermeiden. Wenn dies ohne Gefährdung von Leib und Leben des Betroffenen oder von Dritten nicht möglich ist,  muss die Zwangsmaßnahme so schonend und so sicher wie möglich gestaltet werden. Betroffene dürfen nicht unnötig belastet und traumatisiert werden.

Gleiches gilt für die oft mit einer Unterbringungsmaßnahme einhergehende Behandlung mit Medikamenten. Da diese besonders stark erschüttern und manchmal auch traumatisieren kann, wird sie nur eingesetzt, soweit und solange sie zwingend notwendig ist und keine Möglichkeit besteht, Selbst- oder Fremdgefährdung anders zu beheben.

Jede Unterbringungsmaßnahme muss spätestens nach Ablauf von 24 Stunden durch einen Richter überprüft werden. Hierzu muss die untergebrachte Person von einem Richter persönlich angehört werden.  Die behandelnden Ärzte haben zum Grund und zur erforderlichen Dauer der Maßnahme ein psychiatrisches Fachgutachten vorzulegen. Für die Wahrnehmung ihrer Rechte wird der untergebrachten Person vom Gericht von Amts wegen ein Verfahrenspfleger bestellt. Gegen Unterbringungsbeschlüsse des Gerichts steht der Rechtsweg offen.

An wen muss ich mich wenden?

In Eilfällen sind die örtlichen Polizeibehörden zuständig.

Rechtsgrundlage

Die Anordnung einer Unterbringungsmaßnahme ist im Hessischen Gesetz über Hilfen bei psychischen Krankheiten und in §§ 70 ff. des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) geregelt.

Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz - PsychKHG

Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG)

Typisierung

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Fachlich freigegeben am 08.11.2016 durch:
Hessisches Ministerium der Justiz
  • Albert-Schweitzer-Straße 8
    64711 Erbach, Kreisstadt
  • Haltestellen:
  • Erbach, Krankenhaus
    Linie: Buslinie 1
  • Parkplätze:
  • Parkplatz Krankenhaus
    Parkplatz: 100
    (gebührenpflichtig)
  • Vor Hauptgebäude
    Behindertenparkplatz: 3
    (gebührenfrei)
  • Aufzug: vorhanden
  • behindertengerecht
  • 06062 70-293
  • 06062 70-448
  • Montags: 08.00 bis 12.00 Uhr
    Dienstags: 08.00 bis 12.00 Uhr
    Mittwochs: geschlossen
    Donnerstags: 08.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 17.30 Uhr
    Freitags: 08.00 bis 12.00 Uhr

Sandra Veigl

  • hauptabteilung VI - Gesundheitswesen
    Raum Gesundheitszentrum EG Raum 14
  • 06062 70-290
  • 06062 70-448