Sozialfachkräfte: Staatliche Anerkennung

Personen, die eine Hochschulausbildung im Bereich der Sozialen Arbeit, im Bereich der Heilpädagogik bzw. im Bereich der Kindheitspädagogik im Ausland abgeschlossen haben, kann auf Antrag die Führung der Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte Sozialpädagogin/Staatlich anerkannter Sozialpädagoge bzw. -arbeiter/ -arbeiterin“, „Staatlich anerkannte Heilpädagogin/Staatlich anerkannter Heilpädagoge“ bzw. „Staatlich anerkannte Kindheitspädagogin/ Staatlich anerkannter Kindheitspädagoge“ verliehen werden.

Verfahrensablauf

Die Antragstellung erfolgt mit einen formlosen Antrag und der Vorlage der für die Prüfung erforderlichen Unterlagen. Der Antrag wird im Hinblick auf die staatliche Anerkennung für den Bereich der Sozialen Arbeit, den Bereich der Heilpädagogik bzw. den Bereich der Kindheitspädagogik bewertet. Sofern wesentliche Unterschiede zwischen der nachgewiesenen Berufsqualifikation und der entsprechenden landesrechtlich geregelten Berufsbildung festgestellt werden, sind diese durch Ausgleichsmaßnahmen auszugleichen. Nach erfolgreicher Absolvierung der Ausgleichsmaßnahme kann die staatliche Anerkennung verliehen werden.

An wen muss ich mich wenden?

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Rheinstr. 23-25

65185 Wiesbaden

Voraussetzungen

Voraussetzung ist der erfolgreiche Abschluss einer Hochschulausbildung im Herkunftsland, der dort zum Einsatz als Sozialarbeiter/in, Heilpädagoge/in bzw. Kindheitspädagoge/in berechtigt.

Welche Unterlagen werden benötigt?

  • Formloser, eigenhändig unterschriebener, mit Datum versehener Antrag hinsichtlich der Ausübung eines der oben aufgeführten Berufszugänge,
  • Vollständiger, detaillierter tabellarischer Lebenslauf
  • Identitätsnachweis,
  • Nachweis der im Ausland erworbenen Schul- und Ausbildungsabschlüsse, einschl. der Fächer- und Notenübersicht,
  • Nachweise über einschlägige Berufserfahrung (z.B. Arbeitszeugnisse, Arbeitsbücher),
  • sonstige Befähigungsnachweise (z.B. zu beruflichen Weiterbildungen oder Umschulungszeugnisse), sofern diese zur Feststellung der Gleichwertigkeit erforderlich sind,
  • Erklärung, ob bereits ein Antrag auf Feststellung der Gleichwertigkeit bei einer anderen Behörde in Deutschland gestellt wurde. Falls eine Bewertung vorliegt, ist der erteilte Bescheid in Kopie beizufügen,
  • Bei Abschlüssen, die im Ausbildungsstaat zu einem reglementierten Beruf führen, ist eine Bescheinigung über die Berechtigung zur Berufsausübung im Heimatland vorzulegen.
  • Nachweis, eine der Berufsqualifikation entsprechende Erwerbstätigkeit ausüben zu wollen (zum Beispiel durch Beantragung eines Einreisevisums zur Erwerbstätigkeit, Kontaktaufnahme mit potenziellen Arbeitgebern, Geschäftskonzept bei selbständiger Tätigkeit.)*

 

*gilt nicht

für Antragstellerinnen und Antragsteller mit Wohnsitz in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union, einem weiteren Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder in der Schweiz sowie für Staatsangehörige dieser Staaten,

 

Weitere Unterlagen die erforderlich werden können:

Spätaussiedler-Bescheinigung

Heiratsurkunde (bei Namensänderung)

Auskünfte zu Arbeitgebern

Hinweis: Fremdsprachige Unterlagen müssen in deutscher Übersetzung beigefügt werden. Die Übersetzungen ins Deutsche sind von öffentlich bestellten oder beeidigten Dolmetschern oder Übersetzern anzufertigen. Sie müssen nicht in Deutschland öffentlich bestellt oder beeidigt sein, die Übersetzung eines im Ausland öffentlich bestellten oder beeidigten Dolmetschers oder Übersetzers ist ausreichend

Welche Gebühren fallen an?

Unabhängig vom Ausgang des Bewertungs- und Prüfverfahrens entstehen sowohl für die Bewertung im Ministerium als auch für die Ausgleichsmaßnahmen an den Hochschulen Gebühren nach der Verwaltungskostenordnung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Für die staatliche Anerkennung als Sozialpädagogin oder -pädagoge, Sozialarbeiterin oder –arbeiter , als Heilpädagogin oder -pädagoge sowie als Kindheitspädagogin oder Kindheitspädagoge aufgrund ausländischer Abschlüsse (§ 6 des Gesetzes über die staatliche Anerkennung von Sozialarbeiterinnen und -arbeitern, Sozialpädagoginnen und –pädagogen, Heilpädagoginnen und -pädagogen sowie Kindheitspädagoginnen und –pädagogen in Verbindung mit § 2 Abs. 1 des Hessischen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes) werden vom Ministerium Gebühren im Rahmen von 100 bis 600 € erhoben.

Für die Durchführung, Begleitung und Organisation einer Ausgleichsmaßnahme im Rahmen des Verfahrens zur staatlichen Anerkennung als Sozialpädagogin oder -pädagoge, Sozialarbeiterin oder -arbeiter ,als Heilpädagogin oder -pädagoge sowie als Kindheitspädagogin oder Kindheitspädagoge aufgrund ausländischer Abschlüsse (§ 6 des Gesetzes über die staatliche Anerkennung als Sozialpädagogin oder -pädagoge, Sozialarbeiterin oder –arbeiter, als Heilpädagogin oder -pädagoge sowie als Kindheitspädagoginnen und –pädagogen in Verbindung mit § 2 Abs. 2 und § 11 des Hessischen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes) werden von den Hochschule Gebühren im Rahmen von 100 bis 600 € erhoben.

Bei Ablehnungen entstehen Kosten in Höhe von 75% der genannten Gebührensätze (75 bis 450 €) nach § 4 Abs. 2 Hessisches Verwaltungskostengesetz.

Bearbeitungsdauer

Nach Eingang des Antrages und den Unterlagen wird innerhalb eines Monats der Eingang des Antrages bestätigt und gegebenenfalls noch fehlende Unterlagen nachgefordert. Erst wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen, ist das Verfahren innerhalb von 3 Monaten abzuschließen.

Die Frist kann im Einzelfall angemessen verlängert werden, wenn dies wegen der Besonderheiten der Angelegenheit gerechtfertigt ist; z.B. wenn Unterlagen nachgefordert werden oder ein Gutachten der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) eingeholt werden muss.

Rechtsgrundlage

Zur Gleichstellung von Befähigungsnachweisen für reglementierte Berufe im Bereich des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst gelten folgende gesetzliche Regelungen:

  • Hessisches Gesetz über die Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Berufsqualifikationen (Hessisches Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz – HBQFG) vom 12. Dezember 2012 (GVBl. S. 581) zuletzt geändert durch Gesetz vom 24.03.2015 (GVBI. S. 118)

http://www.rv.hessenrecht.hessen.de/lexsoft/default/hessenrecht_rv.html#lawid:5422884,1

  • Gesetz über die staatliche Anerkennung von Sozialarbeiterinnen und -arbeitern, Sozialpädagoginnen und -pädagogen, Heilpädagoginnen und -pädagogen sowie Kindheitspädagoginnen und -pädagogen (Sozialberufeanerkennungsgesetz)

vom 21. Dezember 2010, zuletzt geändert durch Gesetz vom 17. Oktober 2014 (GVBI. S. 235).

http://www.rv.hessenrecht.hessen.de/lexsoft/default/hessenrecht_rv.html#lawid:4199881,1

  • Verwaltungskostenordnung für den Geschäftsbereich des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (VwKostO-MWK) vom 19. Dezember 2013

(GVBl. S. 2).

http://www.rv.hessenrecht.hessen.de/lexsoft/default/hessenrecht_rv.html#lawid:5912986,1

  • Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen (ABl. EU Nr. L 255 S. 22, 2007 Nr. L 271 S. 18, 2008 Nr. L 93 S. 28, 2009 Nr. L 33 S. 49), zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 623/20129 der Kommission vom 11. Juli 2012 (ABl. EU Nr. L 180 S. 9).

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex%3A32005L0036

  • Richtlinie 2013/55/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. November 2013 zur Änderung der Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen und der Verordnung (EU) Nr. 1024/2012 über die Verwaltungszusammenarbeit mit Hilfe des Binnenmarkt-Informationssystems ( „IMI-Verordnung“ )

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex%3A32013L0055

Rechtsbehelf

Gegen den Bescheid kann innerhalb eines Monats nach seiner Zustellung Klage bei dem zuständigen Verwaltungsgericht erhoben werden.

Bemerkungen

Weitere Informationen finden Sie im Internetauftritt des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst unter "Reglementierte Berufe"

Fachlich freigegeben am 22.03.2016 durch:
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Zuständigkeit