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Ortsvereine -> Interessengemeinschaft Heimatmuseum Rodenstein e.V.
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Wahlmöglichkeiten:
Das Wilde Heer | Die "von Rodenstein" | Die Herren von Rodenstein | Die Pest | Dreißigjähriger Krieg | Martin Luther | Reformationszeit
Heimatmuseum Rodenstein
Fränkisch-Crumbach
Öffnungszeit: Sonntags von 14 bis 16 Uhr
Trägerverein: Interessengemeinschaft Heimatmuseum Rodenstein
e. V.
Kontaktmöglichkeiten:
Rudhart Knodt, Allee 4, Fränkisch-Crumbach, Tel. 06164/718
Karl-Heinz Mittenhuber, Hagenstraße 1, Fränkisch-Crumbach, Tel. 06164/1686
Hubert Eichner, Brunhildstraße 15, Fränkisch-Crumbach, Tel. 06164/2433
Das Heimatmuseum Rodenstein befindet sich in der ehemaligen Kellerei der Herren
von Rodenstein im historischen Kern von Fränkisch-Crumbach. Hier stand noch
im 12. Jahrhundert eine Wasserburg der Herren von Crumbach, von denen die Ortschaft
ihren Namen ableitet.
Wesentliche Ausstellungsbereiche des Museums:
1. Geschichte, Sagen und Grabdenkmäler der
Rodensteiner
Die Herren von Rodenstein prägten
mehrere Jahrhunderte hindurch die Gemeinde. Sie bewohnten die außerhalb
des Ortes erbaute Burg und das Rodensteiner Schloss im Ortskern.
Die Rodensteiner wurden jedoch hauptsächlich durch die geheimnisvolle Sage
vom geisterhaften Zug des Rodensteiners und seines wilden Heeres durch die
Lüfte bis ins Ausland hinein bekannt.
Bewohner des oberen Gersprenztales berichteten immer wieder über entsprechende
Wahrnehmungen und gaben diese auch zu Protokoll. Zahlreiche Dichter und
Schriftsteller, Zeichner und Maler, Komponisten und Theaterleute haben das
volkstümliche Sagenmotiv aufgegriffen und bearbeitet. Die bekanntesten unter
ihnen sind die Rodensteindichter Joseph Viktor von Scheffel und Werner Bergengruen.
Bergengruens Novellen in seinem Erzählwerk "Das Buch Rodenstein"
erschließen feinsinnig und mit zauberhafter Poesie den hinter der Rodensteinsage
stehenden uralten Totenkult, der sich einst in ekstatischen Umzügen äußerte.
In Scheffels trinkfreudigen und humorvollen Rodensteinliedern wird der Rodensteiner
zum Zecher, der wegen seines unstillbaren Durstes keine Ruhe im Grab finden
kann.
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Rodenstein-Notgeld von Fränkisch-Crumbach, aus «Die Rodensteiner-Geschichte
und Sagen» |
Wildes
Heer nach einer illustrierten Ballade, aus « Wo der Rodensteiner durch die Lüfte
braust »
Der geschichtliche Werdegang der Herren von Rodenstein, deren Schicksal
sich in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges
auf tragische Weise erfüllte, ist im Museum dokumentiert. Ein Modell der ehemaligen
Burg
Rodenstein, die heute eine Ruine ist, zeigt die stattliche Befestigungsanlage
mit ihren Wirtschaftsbauten und dem Mühlturm, in welchem eine Mahlanlage zur
Sicherung der Selbstversorgung untergebracht war. Von bergwärts gelegenen Stauseen
wurde das Wasser abgeleitet und damit das Mühlrad betrieben.
Die evangelische
Kirche neben dem Heimatmuseum beeindruckt durch ihren spätgotischen sterngewölbten
Chor. Die Gruft unter dem Chor war die Grablege der Herren von Rodenstein. In
diesem Gotteshaus stehen zahlreiche Grabdenkmäler der Rodensteiner, die
von erheblicher kunsthistorischer Bedeutung sind. An der Spitze steht das hervorragende
Epitaph von Junker Hans III. zu Rodenstein, der im Jahre 1500 bei einer Wallfahrt
nach Rom verstarb und auf dem Deutschen Friedhof in der Heiligen Stadt begraben
wurde. Die Grabdenkmäler sind mit den verschiedenen Versionen der Rodensteinsage
eng verknüpft. In der Kirche befindet sich auch die "Türkentrommel",
ein Beutestück aus der Schlacht gegen die Türken im Jahre 1683 am Kahlenberg
vor Wien. Dieser mit fernöstlichen Lackmalereien versehene Trommeltisch ist
eine Rarität und stammt aus Indonesien.
Mitarbeiter des Heimatmuseums bieten während der Öffnungszeit des Museums Führungen
in der Kirche an - für angemeldete Gruppen auch außerhalb der Öffnungszeiten.
In die Führungen kann das Rodensteiner-Großrelief an der äußeren Ostwand
des Museumsgebäudes einbezogen werden, das den über die Odenwaldberge hinweg
reitenden Rodensteiner inmitten des umfangreichen Odenwälder Brauchtums zeigt.
Der reitende Rodensteiner im Zentrum des Brauchtumsjahres
(Rodensteiner-Großrelief), aus « Altes Brauchtum im Odenwald,
an der Bergstraße und im Ried »
Die Interessengemeinschaft Heimatmuseum Rodenstein hat auch - gemeinsam mit
der Gemeinde und anderen Vereinen - nahe der Burgruine Rodenstein einen ca.
ein Kilometer langen Rodensteiner Dichterweg angelegt, der dem Wanderer
die Möglichkeit gibt, sich in freier Natur anhand von Dichterworten und Bildern
in die besondere Stimmung, die das sagenumwobene Rodensteiner Land umgibt, hineinzuversetzen.
2. Ortsgeschichte mit Handwerk, bäuerlichen Geräten und Bilddokumenten
In
der Simmermacherwerkstatt Brunner, aus « Handwerker in Fränkisch-Crumbach »
In der Odenwaldgemeinde Fränkisch-Crumbach hat sich altes Handwerk lange gehalten.
Das Museum ist deshalb in der Lage, seltene Handwerksberufe zu präsentieren.
Der letzte Simmermacher Deutschlands hatte seine Werkstatt in Fränkisch-Crumbach.
Ein vollständiger Satz der von ihm hergestellten hölzernen Messgefäße für Getreide,
Mehl und Zucker ist ausgestellt, daneben die von ihm benutzten Werkzeuge und
Arbeitsgeräte. Mühlenbauer, Nagelschmied, Hufschmied, Pumpenmacher und
Küfer sind weitere heute ausgestorbene Berufe, über die das Museum informiert.
Außerdem sind zahlreiche weitere Handwerksberufe vertreten, ebenso sind Geräte
aus der Landwirtschaft im Museum zu sehen.
Ein Fachwerk-Hebewerk zum Unterfangen und Reparieren von Fachwerkbauten
kann ebenfalls besichtigt werden.
Die noch funktionsfähige Kirchturmsuhr mit ihrem Stunden-, Minuten- und
Sekundenzahnrad, die einst in der Kirche nebenan ihre Dienste tat, ist ein weiterer
Anziehungspunkt.
Ein besonderes Kleinod stellt ein komplett erhaltener "Tante-Emma-Laden"
aus der Gemeinde dar.
Zur Ortsgeschichte gehört auch das Wirken der verschiedenen Bürgermeister
und der Adelsfamilien von Pretlack und von Gemmingen-Hornberg,
die die Entwicklung der Gemeinde maßgeblich beeinflußt haben. Auf die Familie
von Gemmingen-Hornberg gehen zahlreiche Stiftungen zurück.
Eine Sammlung von nahezu 1.000 Bilddokumenten erschließt Feste, Feiern,
Alltagsleben und Kriegszeiten aus der Geschichte der Gemeinde.
3. Sonderausstellungen
Das Heimatmuseum Rodenstein ist durch eine Reihe von vielbeachteten Sonderausstellungen
hervorgetreten, die den beschriebenen Ausstellungsbestand ergänzen und erweitern.
Im Mittelpunkt des Besucherinteresses standen u. a. Brauchtumsausstellungen
(Weihnachtsbräuche im Odenwald, Frühlings- und Osterbrauchtum usw.), Odenwälder
Sagengestalten, Ausstellungen über Handwerk und über die Ortsgeschichte
im Bild.

Strohnickel- und Belznickelgestalten, aus « Wo der Rodensteiner durch die
Lüfte braust »
4. Literatur
Zu den Ausstellungsbereichen steht aktuelle und erschwingliche Literatur zur
Verfügung. Auf schriftliche Bestellung hin werden die Bücher und Broschüren
auch auf dem Postweg verschickt.
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